Gelebte Inklusion in der Niederlassung Chemnitz: Wie Zusammenarbeit im Alltag wächst
Wie gelingt Zusammenarbeit, wenn gewohnte Absprachen plötzlich nicht mehr selbstverständlich sind? Diese Frage stellte sich die Niederlassung Chemnitz von RWS Gebäudeservice im Jahr 2017, als Frau Ramos als gehörlose Mitarbeiterin ins Team kam.
Was damals für viele neu war, ist heute ein gutes Beispiel dafür, wie Inklusion im Arbeitsalltag gelingen kann. Nicht durch große Worte, sondern durch Aufmerksamkeit, klare Abläufe und gegenseitige Unterstützung.
Ein erster Arbeitstag, der vieles verändert hat
Für Frau Ramos begann 2017 ein neuer beruflicher Abschnitt bei RWS. Auch für das Team war die Situation zunächst ungewohnt. Die verantwortliche Gebietsleiterin Dana Powels erinnert sich: „Ich habe schnell gemerkt, dass die bisher gewohnten kurzen Absprachen im Objekt plötzlich nicht mehr so funktionierten wie ich das mit meinem Team kannte. Jetzt musste ich meine Arbeitsanweisungen ganz anders erklären und mit ganz viel Mimik und Gestik untersetzen.“
Was zuerst nach einer Herausforderung klang, entwickelte sich Schritt für Schritt zu einer Stärke im Team. Denn wenn Kommunikation bewusster wird, profitieren am Ende alle.

Kommunikation neu lernen
Ja, wir sind oft auf Hürden gestoßen: Wie findet eigentlich die Kommunikation mit unserem Kunden oder anderen Mietern und Gästen im Objekt statt? Und wie reagiert man eigentlich bei Warnmeldungen und Alarmen…? In der Zusammenarbeit mit Frau Ramos zeigte sich schnell: gute Kommunikation braucht nicht immer viele Worte. Manchmal helfen klare Gesten, visuelle Hinweise, vorbereitete Abläufe oder direkte Rückfragen besser als ein schneller Satz im Vorbeigehen.
Das Team lernte, Informationen eindeutiger zu formulieren und Arbeitsaufträge nachvollziehbar zu übergeben. Auch im Objekt selbst entstanden dadurch klarere Strukturen. Für die tägliche Arbeit ist das ein echter Gewinn, denn Gebäudereinigung lebt von Verlässlichkeit, Sorgfalt und gut abgestimmten Abläufen. In der Zusammenarbeit mit Frau Ramos zeigte sich außerdem schnell, wie aufmerksam sie Abläufe, Räume und Details wahrnimmt.
Gerade im Kontakt zwischen Gebietsleitung, Vorarbeitern und Reinigungskräften zeigt sich, wie wichtig verständliche Kommunikation ist. Sie sorgt dafür, dass Aufgaben richtig umgesetzt werden und unsere Kunden eine gleichbleibend gute Reinigungsqualität erhalten.
Unterstützung, die im Alltag zählt
Inklusion gelingt nicht allein durch gute Absichten. Sie braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen und im Alltag mitdenken Durch die enorme Hilfsbereitschaft im Team der Niederlassung Chemnitz und die offene Art und Weise von Frau Ramos entstand bereits nach kurzer Zeit ein vertrauensvolles Miteinander. So entwickelte sich aus anfänglicher Unsicherheit schnell ein selbstverständlicher Arbeitsalltag. Dabei wurde Frau Ramos von Anfang an begleitet und unterstützt. Es ging dabei nicht darum, Sonderwege zu schaffen, sondern passende Wege für die Zusammenarbeit zu finden.
Dana Powels beschreibt die Entwicklung als wertvolle Erfahrung für das gesamte Team. Entscheidend war vor allem die Bereitschaft, voneinander zu lernen und aufeinander zu achten.
Auch Frau Ramos selbst machte deutlich, wie wichtig Unterstützung, Geduld und Vertrauen in der Einarbeitung waren: „Ich kann es kaum glauben, dass ich jetzt schon so viele Jahre bei RWS arbeite. Für mich war es am Anfang schwer. Durch die körperlich schwere Arbeit und vor allem die Größe meines Objektes, musste ich ganz schön viel lernen. Mit meinen Kollegen habe ich mich aber schnell mit Händen und Füssen verstanden. Schön das meine Chefin mir soviel geholfen hat und sogar bei Unterweisungen und Gesprächen eine Gebärdendolmetscherin dazu geholt hat.“ So entstand über die Jahre eine Zusammenarbeit, die zeigt: Inklusion ist kein einmaliger Schritt, sondern ein gemeinsamer Prozess.
Was das Team daraus gelernt hat
Inklusion erfordert oft weniger Aufwand, als zunächst angenommen. Mit einfachen Mitteln und Maßnahmen ließ sich ein inklusives Arbeitsumfeld schaffen und einfache Apps erleichterten die Abstimmung im Team. Schon wenige erlernte Gebärden im Team förderten das Miteinander und die genseitige Wertschätzung
Die Zusammenarbeit mit Frau Ramos hat den Blick auf viele alltägliche Abläufe verändert. Das Team achtet heute stärker darauf, Informationen verständlich weiterzugeben. Arbeitsanweisungen werden klarer formuliert. Rückfragen erhalten mehr Raum. Auch nonverbale Signale werden bewusster wahrgenommen. Das klingt zunächst einfach. Im Alltag macht es aber einen großen Unterschied.
Denn gute Gebäudereinigung entsteht nicht nur durch Technik, Material und Fachwissen. Sie entsteht auch durch stabile Teams, klare Kommunikation und gegenseitige Wertschätzung. Genau diese Faktoren beeinflussen, wie zuverlässig ein Objekt betreut wird und wie gut sich Mitarbeitende in ihrer Arbeit zurechtfinden.
Inklusion stärkt Qualität
Für RWS Gebäudeservice ist dieses Beispiel mehr als eine persönliche Erfolgsgeschichte. Es zeigt, dass Inklusion und Qualität eng zusammenhängen. Wenn Teams lernen, bewusster miteinander zu arbeiten, werden Prozesse klarer. Wenn Mitarbeitende Unterstützung erfahren, können sie ihre Stärken besser einbringen. Und wenn Zusammenarbeit funktioniert, profitieren auch unsere Kunden.
Die Erfahrung in Chemnitz zeigt außerdem: Inklusion muss nicht kompliziert sein. Oft beginnt sie mit kleinen Veränderungen. Mit mehr Aufmerksamkeit. Mit klareren Abläufen. Mit dem Willen, nicht über Menschen zu sprechen, sondern mit ihnen gemeinsam Lösungen zu finden.
Ein Beispiel aus Chemnitz, das Mut macht
Heute ist Frau Ramos seit fast 10 Jahren Teil des Teams. Aus einer anfänglichen Herausforderung ist eine stabile Zusammenarbeit entstanden. Für die Niederlassung Chemnitz ist das ein schönes Beispiel dafür, wie Vielfalt im Arbeitsalltag gelebt werden kann.
Gelebte Inklusion bedeutet für uns: Menschen ernst nehmen, Barrieren erkennen und gemeinsam Wege finden. Nicht perfekt auf dem Papier, sondern konkret im Alltag – denn wir sind wirklich nah und persönlich da.
Die Niederlassung Chemnitz zeigt damit, dass Zusammenarbeit wächst, wenn man sich aufeinander einlässt. Und dass ein starkes Team nicht daran erkenntlich ist, dass alle gleich sind, sondern daran, dass alle ihren Platz finden können.

